Shell-Voicings
Musiktheorie · Jazzharmonik · Stufe 4 · 13 Min.
Der erste Griff des Jazzpianisten, wenn er eine Melodie begleitet, ist das Shell-Voicing: Die linke Hand spielt nur den Kern des Akkords, Grundton + Terz oder Grundton + Septime, oder alle drei zusammen. Dieses Voicing, das Bud Powell in den 1940er-Jahren populär gemacht hat, lässt die rechte Hand völlig frei für Melodie oder Improvisation.
Zwei Formen, die sich verbinden
In einem ii–V–I wechselst du so ab, dass sich die Stimmen kaum bewegen:
| Dm7 | G7 | Cmaj7 | |
|---|---|---|---|
| Form A (1-3 / 1-7 / 1-3) | D + F | G + F | C + E |
| Form B (1-7 / 1-3 / 1-7) | D + C | G + H | C + H |
| Drei Töne (1-3-7 / 1-7-3 / 1-3-7) | D F C | G F H | C E H |
Mit drei Tönen liegen unsere Guide Tones über dem Bass. Hier das ii–V–I mit einer kleinen Melodie in der rechten Hand:
M:4/4
L:1/8
%%staves {RH LH}
V:RH clef=treble
V:LH clef=bass
K:C
[V:RH] "Dm7"a2 g f e2 d2 | "G7"B2 d f a2 g2 | "Cmaj7"e6 z2 |]
[V:LH] [D,F,C]8 | [G,,F,B,]8 | [C,E,B,]8 |]
Wohin mit der linken Hand?
Die Grundtöne liegen idealerweise zwischen dem F und dem F der Oktave unter dem mittleren C; Terzen und Septimen knapp darüber. Zu tief: Matsch. Zu hoch: Die linke Hand kommt der rechten in die Quere.
Rhythmus hinzufügen
Shells kann man aushalten (Ballade) oder kurz auf bestimmten Schlägen spielen, wie ein Bläsersatz. Ein klassischer Rhythmus: der Charleston, ein Schlag auf 1 und einer auf dem „und“ von 2.