Leitereigene Akkorde und römische Ziffern
Musiktheorie · Tonale Harmonik · Stufe 3 · 14 Min.
Bilde auf jeder der sieben Stufen einer Durtonleiter einen Dreiklang, nur mit Tönen dieser Tonleiter: Du bekommst die leitereigenen Akkorde der Tonart. Um über alle Tonarten gleichzeitig sprechen zu können, bezeichnet man sie mit römischen Ziffern, die den Tonleiterstufen entsprechen.
In Dur
| Stufe | Name | In C-Dur | Art | Septakkord |
|---|---|---|---|---|
| I | Tonika | C | Dur | Cmaj7 |
| ii | Supertonika | Dm | Moll | Dm7 |
| iii | Mediante | Em | Moll | Em7 |
| IV | Subdominante | F | Dur | Fmaj7 |
| V | Dominante | G | Dur | G7 |
| vi | Submediante | Am | Moll | Am7 |
| vii° | Leittonakkord | B° | vermindert | Bm7♭5 |
Das Muster Dur – Moll – Moll – Dur – Dur – Moll – vermindert gilt in jeder Durtonart. In G-Dur: G, Am, Bm, C, D, Em, F♯°.
M:4/4 L:1/4 K:C "C""_I"[CEG] "Dm""_ii"[DFA] "Em""_iii"[EGB] "F""_IV"[FAc] | "G""_V"[GBd] "Am""_vi"[Ace] "Bdim""_vii°"[Bdf] "C""_I"[ceg] |]
Zwei Schreibweisen
Die moderne englischsprachige Konvention schreibt Durakkorde groß (I, IV, V) und Mollakkorde klein (ii, iii, vi), mit ° für vermindert (vii°) und + für übermäßig. Viele deutsche, französische und ältere europäische Lehrbücher schreiben alle Stufen groß (I, II, III…) und überlassen die Akkordart der Tonart; im deutschsprachigen Raum ist außerdem die Funktionstheorie (T, S, D…) verbreitet. Wir verwenden ab jetzt die erste Konvention, weil sie dir alles auf einen Blick verrät.
In Moll
Moll ist komplizierter, weil es die Molltonleiter in mehreren Formen gibt. Mit natürlich Moll (a-Moll: weiße Tasten von A bis A) ist der Akkord v ein Mollakkord (Em): Es gibt keinen echten Leitton, also keinen Ton einen Halbton unter der Tonika. Deshalb wird die 7. Stufe erhöht (Gis in a-Moll): harmonisch Moll. Wir bekommen dann:
M:4/4 L:1/4 K:C "Am""_i"[A,CE] "Bdim""_ii°"[B,DF] "C+""_III+"[CE^G] "Dm""_iv"[DFA] | "E""_V"[E^GB] "F""_VI"[FAc] "G#dim""_vii°"[^GBd] "Am""_i"[Ace] |]
In der Praxis nehmen Komponisten aus beiden Formen, was ihnen passt: i, ii°, III, iv, V, VI, vii° sind die häufigsten Akkorde, wobei V (Dur) und vii° den Leitton enthalten, und III und VII (G-Dur in a-Moll) aus der natürlichen Form entlehnt sind, besonders in Sequenzen und in der Popmusik.