Liedformen
Musiktheorie · Musikalische Form · Stufe 3 · 12 Min.
Lieder – ob traditionell, Jazz oder Pop – beruhen auf ein paar einfachen Formen. Wenn du sie erkennst, kannst du leichter auswendig lernen, begleiten und improvisieren.
Strophenform
Für jede Strophe wiederholt sich dieselbe Musik, nur der Text ändert sich: Volkslieder, Kirchenlieder („Amazing Grace“), Balladen. Form: A A A A …
AABA-Form (32 Takte)
Vier Phrasen zu je 8 Takten: A, A (wiederholt, manchmal mit anderem Schluss), B (die Bridge, kontrastierend, oft in einer anderen Tonart), A. Das ist die Form der Broadway- und Tin-Pan-Alley-Songs der 1920er- bis 1950er-Jahre und damit der meisten Jazzstandards. Ein französisches Kinderlied ist ein perfektes Beispiel: „Au clair de la lune“.
M:4/4 L:1/4 K:C "^A""C"C C C D | "C"E2 "G"D2 | "C"C E "G7"D D | "C"C4 | "^B""G"D D D D | "D7"A,2 A,2 | "G"D C "D7"B, A, | "G"G,4 |]
Die ersten beiden Phrasen sind identisch: A A. Die dritte bildet einen Kontrast: Sie wechselt nach G-Dur – das ist die Bridge, B. Dann kehrt A zurück.
Strophe – Refrain
Die vorherrschende Form der Popmusik seit den 1960er-Jahren:
| Teil | Funktion |
|---|---|
| Intro | setzt die Stimmung, oft auf den Akkorden von Strophe oder Refrain |
| Strophe | erzählt die Geschichte; die Musik wiederholt sich, der Text ändert sich |
| Pre-Chorus | baut Spannung auf (Harmonie entfernt sich, Melodie steigt) |
| Refrain | der Höhepunkt, jedes Mal gleiche Melodie und gleicher Text: der „Hook“ |
| Bridge | nur einmal, etwa nach zwei Dritteln: Kontrast, oft auf IV oder vi |
| Outro | Schluss, oft ein wiederholter oder ausgeblendeter Refrain |
Der 12-taktige Blues
Siehe das Jazzkapitel: drei Phrasen zu je 4 Takten, Text nach dem Muster AAB.
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