Doppelgriffe: Terzen und Sexten
· Fortgeschrittene Technik · Stufe 6 · 16 Min.
Tonleitern in Terzen und Sexten gehören zu den gefürchtetsten Herausforderungen: Chopin hat ihnen zwei Etüden gewidmet (op. 25 Nr. 6 in Terzen, op. 25 Nr. 8 in Sexten), und bei Liszt, Brahms und Ravel sind sie überall. Sie verlangen Legato in mindestens einer Stimme, perfekte Gleichzeitigkeit und große Geschmeidigkeit.
Das Prinzip des Fingersatzes
In Terzen wechselt die rechte Hand zwischen drei Fingerpaaren: 1-3, 2-4, 3-5. Bei 3-5 angekommen, muss sich die Hand neu setzen: Der Daumen geht unter dem 3. Finger durch (für die Unterstimme), während die Oberstimme von 5 nach 4 oder 3 bindet. Alles legato zu spielen ist unmöglich: Du wählst die Oberstimme (die Melodie) fürs Legato und nimmst kleine Lücken in der Unterstimme in Kauf, die Pedal oder Phrasierung verdecken.
M:4/4 L:1/8 Q:1/4=60 K:C [CE][DF][EG][FA] [GB][Ac][Bd][ce] | [df][ce][Bd][Ac] [GB][FA][EG][DF] | [CE]8 |]
Ein gängiger Fingersatz für diese Tonleiter in Terzen (rechte Hand, aufwärts): C-E 1-3, D-F 2-4, E-G 3-5, F-A 1-3, G-H 2-4, A-C 3-5, H-D 1-3 (oder 1-4), C-E 2-4 … Es gibt mehrere Systeme (Cortot, Godowsky, Czerny): Wähl eines und bleib dabei.
Sexten
Sie verlangen eine größere Spannweite: Die Unterstimme spielt oft der Daumen (manchmal rutscht er von einer schwarzen auf eine weiße Taste), die Oberstimme abwechselnd 4 und 5 (bei großen Händen 3 auf schwarzen Tasten). Das Legato oben beruht auf einer sehr geschmeidigen Hand, die von einer Sexte zur nächsten „rollt“.
Übeplan
- Oberstimme allein, mit dem Terzenfingersatz, perfekt legato.
- Unterstimme allein, mit ihrem Fingersatz.
- Beide Stimmen zusammen, ganz langsam, pp, und auf Gleichzeitigkeit prüfen.
- In Gruppen von drei Terzen (passend zu den Lagen 1-3/2-4/3-5), mit Halt auf der ersten jeder Gruppe.
- Punktierte und umgekehrte Rhythmen, wie bei Tonleitern (siehe Tonleitern üben).
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