Schnelle Tonrepetitionen

· Fortgeschrittene Technik · Stufe 5 · 12 Min.

Ein und denselben Ton sehr schnell zu wiederholen (Scarlatti, Liszts La Campanella, Ravels Alborada del gracioso, Schuberts Erlkönig) ist ab einem gewissen Tempo mit einem einzigen Finger unmöglich. Die Lösung: bei jeder Wiederholung den Finger wechseln.

Fingersätze

  • 4-3-2-1: für Vierergruppen, mit einem „Kratzen“ zu dir hin.
  • 3-2-1: für Triolen, am häufigsten.
  • 2-1 oder 3-1: für langsamere oder leichtere Repetitionen.

Die Bewegung erinnert an eine kratzende Katze: Jeder Finger zieht sich beim Verlassen der Taste leicht zur Handfläche zurück und macht Platz für den nächsten. Die Hand weicht während der Gruppe ganz leicht zurück und setzt dann neu an.

M:4/4
L:1/16
Q:1/4=60
K:C
!4!c!3!c!2!c!1!c !4!c!3!c!2!c!1!c c4 c4 |]
M:2/4
L:1/8
Q:1/4=60
K:C
(3!3!e!2!e!1!e (3!3!e!2!e!1!e | (3!3!d!2!d!1!d (3!3!d!2!d!1!d | c4 |]

Die Rolle des Instruments

Die doppelte Auslösung des Flügels (1821 von Sébastien Érard erfunden) lässt einen Ton erneut anschlagen, bevor die Taste ganz oben ist. Beim Klavier (Pianino) muss die Taste weiter zurückkommen: Schnelle Repetitionen sind schwieriger, und der Anschlag muss noch leichter sein.

Übung

  1. Langsam: Jeder Finger spielt deutlich, bis auf den Grund der Taste.
  2. Lass die Taste dann nur halb hochkommen: Finde den Punkt, an dem sich der Ton erneut anschlagen lässt.
  3. Steigere das Tempo in Metronomstufen (siehe die Metronomleiter).
Typische Fehler:
  • Jede Wiederholung anschlagen wie einen Hieb: Das Ergebnis ist ungleichmäßig und ermüdend. Halte einen leichten Kontakt.
  • Ein letzter Finger (der Daumen), der lauter ist als die anderen: Hör auf Gleichmäßigkeit.
Tipp: Bei langsamen, singenden Repetitionen (ein wiederholter Ton in einer Melodie) behältst du im Gegenteil denselben Finger und spielst „in die Taste hinein“: Der Fingerwechsel hilft nur beim Tempo.

✓ Zum Quiz der Lektion

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