Turnarounds, Intros und Blues-Effekte

· Der Blues · Stufe 4 · 25 Min.

Was einen Blues „vom Pianisten“ von einer bloßen Tonleiter unterscheidet, sind die Details: Turnarounds, die die Form wieder von vorn starten lassen, wiedererkennbare Intros und Schlüsse und die Effekte des Blues-Pianos: Quetschnoten, Tremolos, Oktaven.

Der Turnaround

Die Takte 11 und 12 bereiten die Rückkehr zum Anfang vor. Der Klassiker schlechthin: eine absteigende chromatische Linie unter einem gehaltenen hohen C, die auf G7 ankommt.

M:4/4
L:1/8
Q:1/4=90
K:C
"C7" [Cc]2 [_Bc]2 [Ac]2 [_Ac]2 | "G7" [GB]4 [FB]4 |]

Quetschnoten

Das Klavier kann keine Saite ziehen wie eine Gitarre. Die Lösung: Schlag einen Ton und seinen unteren Halbtonnachbarn fast gleichzeitig an und lass den unteren sofort wieder los. Ein Dis, das in ein E gequetscht wird, ahmt die gezogene Terz nach.

M:4/4
L:1/8
Q:1/4=90
K:C
"C7" {^D}E2 G2 {^D}E C z2 | "C7" {^D}E2 G c- c4 |]

Tremolo

Wechsle schnell zwischen zwei Tönen (oft Sexte oder Oktave), um eine Orgel oder eine zitternde Stimme nachzuahmen. Nutz die Drehung des Unterarms, nicht die Finger!

M:4/4
L:1/16
Q:1/4=80
K:C
"C7" GcGcGcGc GcGcGcGc |]

Intros und Schlüsse

  • Intro „ab der V“: Spiel die Takte 9 bis 12 (G7 – F7 – C7 – G7) allein, dann beginnt die Form. Das ist das häufigste Blues-Intro.
  • Schluss: Ersetze das G7 in Takt 12 durch einen Abstieg in der Bluestonleiter und einen gehaltenen C9-Akkord (C E B D).
M:4/4
L:1/8
Q:1/4=90
K:C
"C7" c _B G ^F =F _E C _E | "C9" [CE_Bd]8 |]

Übung Schritt für Schritt

  1. Starte die Blues-Begleitung in C. Spiel in jedem Chorus den Turnaround in den Takten 11–12 und sonst nichts: Lern, ihn genau zu platzieren.
  2. Bau Quetschnoten in deine Riffs ein, eine oder zwei pro Chorus.
  3. Spiel Call and Response innerhalb der Form: 2 Takte Riff, 2 Takte Antwort, über alle drei Zeilen.
  4. Bau einen kompletten Blues: Intro (Takte 9–12), zwei improvisierte Chorusse mit einem Tremolo am Höhepunkt des zweiten, Schluss auf C9.
  5. Mach das Ganze noch einmal über der Boogie-Begleitung in G: Transponiere den Turnaround (gehaltenes hohes G, F – E – Es – D).

Ein Wortschatz, keine Liste. Lern drei Licks auswendig (einen Turnaround, einen Schluss, ein Riff), in zwei Tonarten. Variiere sie dann jedes Mal, wenn du sie benutzt: So werden sie zu deinen eigenen. Weiter geht’s mit Wie man Improvisation übt.

Typischer Fehler: den Turnaround zum falschen Zeitpunkt setzen (nur in Takt 10 oder 12). Er beginnt in Takt 11 und muss zu Beginn von Takt 12 auf der V ankommen.

✓ Zum Quiz der Lektion

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