Shuffle und Boogie-Woogie

· Der Blues · Stufe 4 · 25 Min.

Der Boogie-Woogie entstand in den 1920er-Jahren in den Bars von Texas und Chicago: Ein einzelner Pianist musste einen ganzen Saal zum Tanzen bringen. Sein Geheimnis: eine unermüdliche linke Hand, die Bass und Rhythmus zugleich spielt, und ein triolischer Swing, der Shuffle.

Das Shuffle-Feeling

Beim Shuffle wird jeder Schlag in drei geteilt: Die erste Achtel dauert zwei Drittel des Schlags, die zweite ein Drittel („lang-kurz, lang-kurz“). Oft wird das als Achtel mit dem Hinweis „Swing“ notiert oder im 12/8-Takt, wie unten.

Der Boogie-Bass

Das bekannteste Muster steigt im Akkord mit Sexte und Septime auf und kommt wieder herunter: C – E – G – A – B – A – G – E. Du transponierst es auf jeden Akkord der Akkordfolge.

M:12/8
L:1/8
Q:3/8=60
K:C clef=bass
"C7" C,2E, G,2A, _B,2A, G,2E, | "F7" F,2A, C2D _E2D C2A, | "G7" G,2B, D2E F2E D2B, |]

Beide Hände zusammen

Die rechte Hand spielt kurze Akkorde („Stabs“) auf den Offbeats und antwortet der linken:

M:12/8
L:1/8
Q:3/8=60
K:C
%%staves {RH LH}
V:RH clef=treble
V:LH clef=bass
[V:RH] "C7" z3 [G_Bc]2 z [G_Bc]3 z3 | "F7" z3 [Ac_e]2 z [Ac_e]3 z3 |]
[V:LH] C,2E, G,2A, _B,2A, G,2E, | F,2A, C2D _E2D C2A, |]

Variante: Walking Bass

Für einen ruhigeren Blues läuft der Bass in Vierteln über die Akkordtöne, mit Sexte und Septime:

M:4/4
L:1/4
Q:1/4=100
K:C clef=bass
"C7" C, E, G, A, | _B, A, G, E, | "F7" F, A, C D | _E D C A, |]

Übung Schritt für Schritt

  1. Linke Hand allein, ganz langsam: der Boogie-Bass auf C7, dazu zählen „1-2-3, 2-2-3 …“. Vorgeschlagener Fingersatz: 5-3-2-1 für C-E-G-A, Daumen auf B weiterrutschen lassen, dann 2-3-5 für A-G-E. Halte das Handgelenk locker.
  2. Verbinde C7 – F7 – G7 ohne anzuhalten: Spiel die ganze 12-taktige Form mit der linken Hand allein.
  3. Starte die Boogie-Begleitung in C und spiel die linke Hand zur Schleife.
  4. Nimm die rechte Hand dazu: erst die Stabs von oben, dann Riffs aus der Bluestonleiter auf einem einzigen wiederholten Ton.
  5. Wenn es sicher sitzt, steigere das Tempo nach und nach. Probier dann den langsamen Blues in C mit dem Walking Bass.

Unabhängigkeit der Hände. Das Schwierige am Boogie ist, dass die rechte Hand gegen die linke spielt. Fang mit Stabs an, die mit dem Bass zusammenfallen, und verschieb sie erst auf die Offbeats, wenn die linke Hand auf Autopilot läuft.

Typischer Fehler: den linken Unterarm anspannen, um das Tempo zu halten. Die Kraft des Boogie kommt aus dem Armgewicht und einem freien Handgelenk; schüttle die Hand zwischen den Chorussen aus und werd langsamer, wenn sich Spannung aufbaut.

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