Pausen, Übedauer und Lebensweise
· Gesundheit am Klavier · Stufe 2 · 10 Min.
Wie lange solltest du üben? Die ehrliche Antwort: so lange, wie du konzentriert und entspannt bleibst, klug verteilt. Ein paar gut aufgebaute Übungseinheiten bringen mehr als lange, erschöpfende Stunden. Und was zwischen den Übungseinheiten passiert, zählt fast genauso viel wie die Übungseinheiten selbst.
Eine Übungseinheit in Blöcke gliedern
Feine Aufmerksamkeit ermüdet schnell. Arbeite in Blöcken von 20 bis 30 Minuten, getrennt durch kurze Pausen von 3 bis 5 Minuten, ähnlich der „Pomodoro“-Methode:
- Ein 25-Minuten-Block mit einem klaren Ziel.
- 5 Minuten Pause: aufstehen, herumgehen, ein Glas Wasser trinken, die Arme ausschütteln, in die Ferne schauen.
- Ein neuer Block mit einem anderen Ziel.
- Nach drei oder vier Blöcken eine längere Pause (15 bis 30 Minuten).
Ungefähre Dauer nach Niveau
| Niveau | Sinnvolle tägliche Zeit |
|---|---|
| Anfänger | 15 bis 30 Minuten, gern in zwei Teilen |
| Mittelstufe | 30 bis 60 Minuten |
| Fortgeschritten | 1 bis 3 Stunden, in mehreren Übungseinheiten |
Das sind Richtwerte, keine Ziele. Viel wichtiger ist Regelmäßigkeit: 20 Minuten jeden Tag bringen mehr als eine einzige lange Übungseinheit pro Woche. Ein Ruhetag pro Woche bremst dich nicht – ganz im Gegenteil.
Schlaf und Festigung
Die Forschung zum motorischen Lernen zeigt, dass Schlaf eine wichtige Rolle bei der Festigung gelernter Bewegungen spielt: Eine Stelle, die abends mühsam war, klappt am nächsten Tag oft besser, ohne dass du weiter geübt hast. Gut schlafen gehört zur Arbeit! Eine Stelle kurz vor dem Schlafengehen wiederholen und morgens wieder aufgreifen ist eine wirksame Strategie.
Auf den Körper achten
- Trinken: Stell dir eine Wasserflasche in Reichweite (aber nicht aufs Klavier!).
- Bewegung: Gehen, Schwimmen, Yoga … ein fitter Rücken und fitte Schultern erleichtern das Spielen.
- Kalte Hände: vor dem Spielen aufwärmen.
- Augen: gutes Licht auf den Noten, Notenpult im richtigen Abstand; in den Pausen in die Ferne schauen.
Ergonomie am Digitalpiano
- Höhe der Tastatur: X-Ständer sind oft zu hoch oder wackelig. Dein Unterarm sollte ungefähr waagerecht sein, der Ellbogen auf Höhe der Tasten oder leicht darüber.
- Eine höhenverstellbare Bank statt eines Küchenstuhls (siehe Haltung).
- Tastenmechanik: Bevorzuge gewichtete Tasten; eine zu leichte Tastatur führt zu schlechten Gewohnheiten, eine ungewöhnlich schwere ermüdet.
- Moderate Kopfhörerlautstärke: Laut mit Kopfhörern zu spielen schadet dem Gehör und lässt dich auf einem echten Klavier zu leise spielen. Gönn auch deinen Ohren Pausen.
- Ein stabiles Pedal, flach auf dem Boden, im richtigen Abstand.
- Drei Stunden am Stück üben, ohne aufzustehen.
- Die ganze Woche an einem einzigen Tag nachholen.
- In der Nacht vor einem Vorspiel auf Schlaf verzichten, um „noch ein bisschen zu üben“.
- Auf einem Keyboard spielen, das auf einem zu hohen Tisch steht.
Übung
Arbeite eine Woche lang mit einem Timer: 25-Minuten-Blöcke, 5 Minuten Pause, und notiere in deinem Übetagebuch am Ende jedes Blocks deine Müdigkeit und Konzentration (1 bis 5). So entdeckst du deine optimale Konzentrationsspanne.