Maurice Ravel (1875–1937)

Ein Goldschmied von Orchester und Klavier: Ravel verband klassische Präzision mit raffiniertesten Farben; seine Klaviermusik gehört zu den Gipfeln des Repertoires.

Maurice Ravel, 1875 in Ciboure im Baskenland geboren, wuchs in Paris auf. Er kam jung ans Conservatoire und studierte Komposition bei Gabriel Fauré. Dass er trotz bereits beachteter Werke immer wieder beim Prix de Rome scheiterte, löste 1905 einen Skandal aus.

Schon früh schrieb er Klavierstücke, die das Instrument erneuerten: Pavane pour une infante défunte (1899), Jeux d’eau (1901), die Sonatine, Miroirs und dann Gaspard de la nuit (1908), das als eines der schwersten Stücke des Repertoires gilt.

Im Ersten Weltkrieg diente er als Fahrer. Le Tombeau de Couperin ist eine Hommage an die französische Musik des 18. Jahrhunderts; jedes Stück ist einem im Krieg gefallenen Freund gewidmet. Danach kamen La Valse, Boléro (1928) und zwei Klavierkonzerte, eines davon nur für die linke Hand.

Man nennt ihn oft in einem Atemzug mit Debussy, doch sein Stil ist schärfer: klassische Formen, präziser Rhythmus, reiche Harmonik (Nonen, Undezimen), eine Vorliebe für Spanien und Jazz. Von Pianisten verlangt Ravel eine Artikulation wie vom Juwelier und volle Kontrolle über die leisen Töne.

Klaviernoten (1)