Intervalle mit Liedern erkennen

Musiktheorie · Intervalle · Stufe 3 · 10 Min.

Am wirksamsten erkennst du ein Intervall nach Gehör, wenn du es mit dem Anfang einer bekannten Melodie verknüpfst. Wenn du zwei Töne hörst, sing sie innerlich nach: „Ah, das ist der Anfang von Bruder Jakob“ → große Sekunde.

M:4/4
L:1/4
Q:1/4=90
K:C
"^M2"C D E C | "^m3"E E G2 | "^M3"C E F G | "^P4"G, C C C | "^P5"C C G G | "^M6"G, E D C |]

Der Reihe nach: Frère Jacques („Bruder Jakob“), Brahms' Wiegenlied, When the Saints, O Tannenbaum, Twinkle, Twinkle, Little Star („Morgen kommt der Weihnachtsmann“), Jingle Bells (die Strophe).

Referenztabelle (aufsteigende Intervalle)

IntervallReferenzmelodien
k2Ode an die Freude (E E F), Der weiße Hai
g2Bruder Jakob, Happy Birthday („Hap-py birth-“)
k3Brahms' Wiegenlied, Greensleeves
g3Oh When the Saints, Kumbaya, An der schönen blauen Donau (Strauss)
r4Treulich geführt (Brautchor, Wagner), Amazing Grace, O Tannenbaum, La Marseillaise
TritonusDie Simpsons („The Simp-“), Maria (West Side Story), Saint-Saëns' Danse macabre
r5Twinkle, Twinkle, Little Star, Star Wars (Hauptthema)
k6The Entertainer (Joplin: der Sprung E → C)
g6My Bonnie Is over the Ocean, Jingle Bells („Dash-ing“)
k7Somewhere (West Side Story), das Original-Thema von Raumschiff Enterprise
g7Take On Me (Refrain) – oder „eine Oktave minus ein Halbton“
r8Over the Rainbow („Some-where“)

Absteigende Intervalle

  • k2: Für Elise (E – Dis), Joy to the World
  • g2: Mary Had a Little Lamb, Three Blind Mice
  • g3: Beethovens 5. Sinfonie (G G G Es), Swing Low, Sweet Chariot
  • r4: Mozarts Eine kleine Nachtmusik (G – D)
  • r5: Familie Feuerstein (englisch „Flint-stones“)
Leg dir deine eigene Liste an! Die besten Referenzen sind die Melodien, die du auswendig kennst: Kinderlieder, Kirchenlieder, Titelmelodien, Klingeltöne. Schreib sie auf und wiederhole sie mit der Gehörbildungsübung der Website: 5 Minuten am Tag reichen, um sehr schnell Fortschritte zu machen.
Die Grenze der Methode: Lieder sind am Anfang eine nützliche Krücke. Mit etwas Übung solltest du versuchen, die eigene Farbe jedes Intervalls zu erkennen (die „sonnige“ große Terz, den „unruhigen“ Tritonus, die „hohle, feste“ Quinte), ohne den Umweg über die Melodie.

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