Intervalle umkehren

Musiktheorie · Intervalle · Stufe 4 · 8 Min.

Um ein Intervall umzukehren, versetzt du den unteren Ton eine Oktave nach oben (oder den oberen eine Oktave nach unten). C-E (eine Terz) wird zu E-C (einer Sexte). Die beiden Intervalle ergänzen sich zur Oktave.

M:4/4
L:1/4
Q:1/4=72
K:C
[CE]2 [Ec]2 | [CG]2 [Gc]2 | [CA]2 [Ac]2 | [CB]2 [Bc]2 |]

Drei narrensichere Regeln

  1. Die Zahlen ergeben zusammen 9: 3 ↔ 6, 4 ↔ 5, 2 ↔ 7, 1 ↔ 8.
  2. Die Qualitäten tauschen: groß ↔ klein, übermäßig ↔ vermindert; rein bleibt rein.
  3. Die Halbtöne ergeben zusammen 12.
IntervallUmkehrung
k2 (1 Halbton)g7 (11)
g3 (4)k6 (8)
k3 (3)g6 (9)
r4 (5)r5 (7)
ü4 (6)v5 (6) – der Tritonus wird umgekehrt wieder zum Tritonus!
Rechentrick: Große Intervalle sind mühsam zu zählen. Um E aufwärts nach D zu benennen, denk stattdessen an D aufwärts nach E: eine große Sekunde → also ist E-D eine kleine Septime. Bei einer Sexte rechnest du die umgekehrte Terz aus. Das geht viel schneller.

Wozu ist das gut? In der Harmonielehre kann ein Akkord in beliebiger Reihenfolge gesetzt werden: Die Intervallumkehrung erklärt, warum ein umgekehrter Durakkord Quarten und Sexten statt Terzen und Quinten enthält. Und fürs Gehör sind Quarten und Quinten, Terzen und Sexten „Cousins“: Wer das eine lernt, erkennt auch das andere leichter.

Achtung: „9“, nicht „8“! Eine Oktave umfasst zwar 8 Buchstaben, aber der mittlere Ton wird doppelt gezählt (C-E-C: E gehört zu beiden Intervallen).

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