Drehung des Unterarms
· Anschlag und Klang · Stufe 4 · 14 Min.
Dreh einen Türgriff oder einen Schlüssel: Du machst gerade eine Unterarmrotation (Pronation zum Daumen hin, Supination zum 5. Finger hin). Diese Bewegung, bei großen Pianisten oft unsichtbar, ist eines der Geheimnisse müheloser Technik. Sie schont die Finger, weil sie einen Teil der Arbeit an viel kräftigere Muskeln abgibt.
Wo die Rotation unverzichtbar ist
- Alberti-Bässe und gebrochene Begleitungen (C-G-E-G): Die Hand schaukelt wie ein Pendel zwischen Daumen und 5. Finger.
- Tremolos in Oktaven oder Akkorden.
- Arpeggien: Die Rotation hilft der Hand, sich um den Daumen zu „drehen“ (siehe Arpeggien).
- Schwache Außenfinger: Der 4. und 5. Finger bekommen Hilfe vom Unterarm.
Übung 1 – das Pendel
- Leg den Daumen auf C und den 5. Finger auf G (rechte Hand). Ohne die Finger zu bewegen, schaukle die Hand: Daumen spielt, dann 5, dann Daumen …
- Die Bewegung soll klein und gleichmäßig sein, wie ein sehr langsamer Scheibenwischer. Die Finger bleiben passiv: Der Unterarm spielt.
- Werd allmählich schneller bis zum Tremolo und verkleinere dabei den Ausschlag.
Übung 2 – Alberti-Bass in der rechten Hand
Spiel dieses Muster langsam, übertreib die Rotation zuerst und mach sie dann fast unsichtbar. Die angegebenen Fingersätze gelten für die rechte Hand.
M:4/4 L:1/8 Q:1/4=69 K:C !1!C!5!G!3!E!5!G CGEG | !1!B,!5!G!2!D!5!G B,GDG | !1!C!5!A!3!F!5!A CAFA | !1!C!5!G!3!E!5!G C4 |]
Typische Fehler:
- Bei hohem Tempo eine große Rotation beibehalten: Je schneller du spielst, desto kleiner die Bewegung.
- Ein steifes Handgelenk: Die Rotation braucht ein lockeres Handgelenk, sonst wird sie zu Spannung.
- Die Finger „einschlafen“ lassen: Sie bleiben fest und bereit; die Rotation hilft ihnen, sie ersetzt sie nicht.
Tipp: In jeder Tonfolge ist jeder Richtungswechsel zwischen Daumen und 5. Finger eine Gelegenheit zur Rotation. Such sie in deinen Stücken: Für Elise steckt voller solcher Stellen, vor allem in den gebrochenen Akkorden der linken Hand.
← Das Gleichgewicht zwischen den Händen · Das Handgelenk: atmen und phrasieren →