Das synkopierte Pedal (Legatopedal)
· Das Pedal · Stufe 3 · 15 Min.
Das synkopierte Pedal ist die Pedaltechnik schlechthin. Es verbindet zwei Harmonien ohne Lücke und ohne Verschwimmen. Sein Prinzip wirkt anfangs widersinnig: Der Fuß bewegt sich nicht gleichzeitig mit der Hand, sondern kurz danach.
Die Bewegung Schritt für Schritt
- Akkord 1 gespielt, Pedal unten: Alles klingt.
- Du spielst Akkord 2: genau in dem Moment, in dem die Finger die Tasten drücken, geht der Fuß hoch. Die Dämpfer fallen und schneiden Akkord 1 ab … aber Akkord 2 klingt weiter, weil deine Finger die Tasten halten.
- Kurz danach (einen Sekundenbruchteil) geht der Fuß wieder runter: Das Pedal „fängt“ Akkord 2 ein.
- Jetzt können die Finger Akkord 2 verlassen und zu Akkord 3 wechseln: Der Klang wird vom Pedal gehalten.
Eine gängige Kurzformel: Hände runter, Fuß hoch; dann Fuß runter. Der Fuß ist gegenüber den Händen versetzt, daher der Name „synkopiert“.
| Zählzeit | Hände | Fuß |
|---|---|---|
| 1 | spielen den neuen Akkord | geht hoch |
| 1 „und“ | halten den Akkord | geht wieder runter |
| 2, 3, 4 | frei für den Wechsel | bleibt unten |
Beispiel
In diesem Beispiel ist das Loslassen des Pedals auf dem ersten Ton jedes Takts notiert und das erneute Treten auf dem zweiten Ton: genau die Verschiebung des synkopierten Pedals.
M:4/4 L:1/8 Q:1/4=60 K:C "_Ped."CGce gecG | "_*"A,"_Ped."EAc ecAE | "_*"F,"_Ped."CFA cAFC | "_*"G,"_Ped."DGB dBGD | "_*"C"_Ped."[EGc]6 z |]
Aufbauende Übung
- Verbinde auf einem einzelnen Ton (C, dann D, dann E … in halben Noten) jeden Ton mit dem nächsten über das Pedal und heb dabei absichtlich die Finger. Hörst du eine Lücke, geht der Fuß zu spät runter; hörst du beide Töne zusammen, geht er zu spät hoch.
- Mach dasselbe mit dreistimmigen Akkorden: C, F, G, C.
- Spiel das Beispiel oben mit 60 und dann 80 Schlägen pro Viertel.
- Wende es auf ein arpeggiertes Präludium an: ein Pedal pro Harmonie (auch wenn Bach keins hatte, ist das eine ausgezeichnete Hörübung).
Typische Fehler:
- „Mit“ der Hand pedalisieren (Fuß gleichzeitig mit dem Akkord runter): Du fängst den Nachklang des vorigen Akkords ein, daher das Verschwimmen.
- Den Fuß zu langsam heben: Die Dämpfer haben keine Zeit, die Basssaiten zu stoppen, die lange und kräftig schwingen.
- Bei jedem Melodieton das Pedal wechseln, obwohl die Harmonie gleich bleibt: Du verlierst grundlos Resonanz.
Tipp: Im Bass brauchen die Saiten etwas mehr Zeit, um gedämpft zu werden; lass das Pedal einen Augenblick länger ganz oben. Im Diskant (etwa oberhalb von F5) gibt es gar keine Dämpfer: Diese Töne klingen sowieso nach.
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