Sauber aufschreiben: Notation und ABC

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Eine Idee, die nicht aufgeschrieben wird, verfliegt. Und eine schlecht aufgeschriebene Idee wird falsch gespielt. In dieser Lektion lernst du, deine Stücke in ABC zu schreiben, dem Textformat, das auf dieser ganzen Website verwendet wird: Ein paar Zeilen Text genügen für saubere, spielbare Noten, die du teilen kannst. Wir schauen uns auch die Regeln der Lesbarkeit an, denen professionelle Notenstecher folgen.

1. Der Kopf: der Ausweis des Stücks

Eine ABC-Datei beginnt mit Zeilen der Form „Buchstabe: Wert“. Hier das Wichtigste:

  • X:1 Nummer des Stücks (auf dieser Website automatisch hinzugefügt);
  • T: der Titel;
  • M: die Taktart (4/4, 3/4, 6/8 …);
  • L: die Standardlänge einer Note ohne Zahl (1/4 = Viertelnote, 1/8 = Achtelnote);
  • Q: das Tempo, zum Beispiel Q:1/4=100;
  • K: die Tonart, immer zuletzt (K:C, K:G, K:Am, K:F …).
T:My first melody
M:4/4
L:1/4
Q:1/4=100
K:C
C D E F | G2 G2 | A G F E | D4 |]

Ergebnis:

T:My first melody
M:4/4
L:1/4
Q:1/4=100
K:C
C D E F | G2 G2 | A G F E | D4 |]

2. Tonhöhen, Oktaven, Dauern, Pausen, Versetzungszeichen

Die Töne werden mit Buchstaben geschrieben: C, D, E, F, G, A, B (Achtung: Das B in ABC ist unser H). Das große C ist das mittlere C; das kleine c ist das C eine Oktave höher; ein Komma senkt um eine Oktave (C,), ein Apostroph hebt an (c'). Die Dauer ist ein Vielfaches von L: Mit L:1/8 ist C = Achtelnote, C2 = Viertel, C4 = Halbe, C3 = punktierte Viertel, C/ = Sechzehntel. Eine Pause ist z (dieselbe Logik für die Dauer). Versetzungszeichen stehen vor der Note: ^F = Fis, _B = B (B♭), =B = Auflösungszeichen. Der Taktstrich ist |, der Schlussstrich |].

M:4/4
L:1/8
K:G
G2 A B c2 B A | G2 ^F G _B2 =B2 | z2 d2 z d e2 | g8 |]
M:4/4
L:1/8
K:G
G2 A B c2 B A | G2 ^F G _B2 =B2 | z2 d2 z d e2 | g8 |]

Hinweis: In G-Dur (K:G) ist das F dank der Vorzeichen bereits erhöht; ^F wiederholt das nur. Zähl immer jeden Takt nach: hier 8 Achtelnoten pro Takt, nicht mehr und nicht weniger.

3. Akkorde, Haltebögen, Bindebögen und Akkordsymbole

Ein Akkord steht in eckigen Klammern: [CEG]4 (eine halbe Note mit L:1/8). Ein Haltebogen ist ein Bindestrich - nach der Note; ein Bindebogen (legato) umschließt die Noten mit runden Klammern ( ). Ein Akkordsymbol steht in doppelten Anführungszeichen "G7" vor der Note: Es erscheint über dem Notensystem und dient als Leadsheet.

M:4/4
L:1/8
K:C
"C" [CEG]4 "F" [CFA]4 | "G" [B,DG]4- [B,DG]2 (AB) | "C" (c2 G2) [CEGc]4 |]
M:4/4
L:1/8
K:C
"C" [CEG]4 "F" [CFA]4 | "G" [B,DG]4- [B,DG]2 (AB) | "C" (c2 G2) [CEGc]4 |]

4. Zwei Notensysteme, Dynamik und Wiederholungen

Für Klavier deklarierst du zwei Stimmen, die durch eine Akkolade verbunden sind: %%staves {RH LH}, dann V:RH clef=treble und V:LH clef=bass. Jede Zeile beginnt dann mit [V:RH] oder [V:LH]. Beide Hände müssen genau dieselbe Anzahl Takte haben, und jeder Takt die richtige Länge. Dynamikangaben stehen zwischen Ausrufezeichen (!p!, !mf!, !f!, !crescendo(! …), Wiederholungen nutzen |: und :|.

M:3/4
L:1/8
Q:1/4=120
K:F
%%staves {RH LH}
V:RH clef=treble
V:LH clef=bass
[V:RH] |: !p! c2 A2 F2 | G4 E2 | !f! c2 f2 e2 | f6 :|
[V:LH] |: F,,2 [A,C]2 [A,C]2 | C,2 [G,B,]2 [G,B,]2 | F,,2 [A,C]2 [G,B,]2 | F,,6 :|
M:3/4
L:1/8
Q:1/4=120
K:F
%%staves {RH LH}
V:RH clef=treble
V:LH clef=bass
[V:RH] |: !p! c2 A2 F2 | G4 E2 | !f! c2 f2 e2 | f6 :|
[V:LH] |: F,,2 [A,C]2 [A,C]2 | C,2 [G,B,]2 [G,B,]2 | F,,2 [A,C]2 [G,B,]2 | F,,6 :|
Tipp: In ABC unterbrechen Leerzeichen die Balken. CDEF ergibt vier Achtelnoten unter einem Balken; CD EF ergibt zwei Zweiergruppen. Nutze das, um die Zählzeiten deutlich zu zeigen.

5. Die Lesbarkeitsregeln der Notenstecher

Korrekte Noten sind nicht unbedingt lesbare Noten. Professionelle Verlage folgen ein paar goldenen Regeln:

  • Die Zählzeiten zeigen: Achtelnoten nach Zählzeiten balken (in Zweiergruppen im 2/4- oder 4/4-Takt, in Dreiergruppen im 6/8-Takt). Vergleiche unten: dieselben sechs Achtelnoten, zuerst im 3/4-Takt (drei Zweiergruppen), dann im 6/8-Takt (zwei Dreiergruppen). Die Balkensetzung zeigt dem Spieler, wo die Betonungen liegen.
  • Pausen auf den Zählzeiten: Schreib im 4/4-Takt nie eine halbe Pause über die Zählzeiten 2–3; schreib zwei Viertelpausen. Die „Mitte“ des Takts muss sichtbar bleiben.
  • Richtige enharmonische Schreibweise: In D-Dur schreibst du Fis, nicht Ges. Ein aufsteigender Ton wird meist mit Kreuz geschrieben, ein absteigender mit b.
  • Hälse: unterhalb der Mittellinie nach oben, oberhalb nach unten (ABC erledigt das automatisch).
  • Hilfslinien: Ab mehr als drei wechselst du den Schlüssel oder verwendest ein Oktavierungszeichen.
M:3/4
L:1/8
K:C
"^3/4" CD EF GA | G2 E4 |]
M:6/8
L:1/8
K:C
"^6/8" CDE FGA | G3 E3 |]
Häufige ABC-Fehler: 1) vergessen, dass K: die letzte Kopfzeile sein muss; 2) Takte, die nicht aufgehen (immer nachzählen!); 3) C (mittleres C) und c (eine Oktave höher) verwechseln – deine Melodie springt eine Oktave; 4) unterschiedlich viele Takte in rechter und linker Hand: Die beiden Notensysteme laufen auseinander.

6. Deine Arbeit teilen

Der große Vorteil von ABC: Es ist reiner Text. Du kannst ihn in eine E-Mail, ein Forum oder einen Chat einfügen, und die andere Person fügt ihn in den ABC-Editor ein, um die Noten zu sehen und zu hören. Bewahre deine Stücke in einer einfachen Textdatei auf: ein leichtes, dauerhaftes Archiv deines ganzen Schaffens.

Deine Werkstatt

  1. Öffne den ABC-Editor und kopiere das erste Beispiel. Ändere den Titel, das Tempo, dann die Tonart (K:G): Beobachte, was sich ändert.
  2. Schreib aus dem Gedächtnis die ersten acht Takte einer Melodie in ABC auf, die du in der Piano-Roll komponiert hast. Prüfe jeden Takt, indem du die Dauern zählst.
  3. Füge eine linke Hand auf einem zweiten Notensystem hinzu (%%staves {RH LH}), mit derselben Anzahl Takte.
  4. Füge Akkordsymbole, mindestens zwei Dynamikangaben, einen Bindebogen und eine Wiederholung hinzu.
  5. Lies mit dem Auge eines Notenstechers Korrektur: Balken nach Zählzeiten, gut gesetzte Pausen, richtige Schreibweise der Versetzungszeichen.
  6. Selbstkontrolle: Schick den Text einem befreundeten Musiker (oder lies ihn am nächsten Tag noch einmal): Könnte er dein Stück spielen, ohne dir eine einzige Frage zu stellen?

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