Antonín Dvořák (1841–1904)
Der große tschechische Komponist, der die Brahms’sche Tradition mit den Tänzen Böhmens verband, Schöpfer der Sinfonie „Aus der Neuen Welt“.
Dvořák, in einem Dorf an der Moldau als Sohn eines Gastwirts und Metzgers geboren, lernte sehr früh Geige und studierte dann an der Prager Orgelschule. Zunächst verdiente er seinen Lebensunterhalt als Bratscher im Orchester, vor allem im Orchester des Prager Interimstheaters, das eine Zeit lang Smetana leitete.
Die Unterstützung von Brahms, der ihn seinem Verleger empfahl, brachte seine internationale Karriere in Gang: Seine Slawischen Tänze (1878) waren sofort ein Erfolg. Seine Sinfonien, seine Kammermusik und sein Stabat Mater wurden in ganz Europa gespielt, besonders in England.
Von 1892 bis 1895 leitete er das National Conservatory in New York. Dort schrieb er die Sinfonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“ (1893), dann das „Amerikanische“ Quartett und das Cellokonzert. Zurück in Böhmen schrieb er die Oper Rusalka und leitete das Prager Konservatorium. Er starb 1904 in Prag.
Seine Klaviermusik (Humoresken, die vierhändigen Slawischen Tänze) ist weniger bekannt als seine Orchesterwerke, aber seine Melodien, etwa das Largo aus der Neunten Sinfonie, werden oft auf dem Klavier gespielt. Sie lehren, eine einfache Linie mit großer Intensität singen zu lassen.