Johann Sebastian Bach (1685–1750)

Als Organist, Cembalist und Thomaskantor in Leipzig führte Bach den barocken Kontrapunkt auf eine Höhe, die seither nie wieder erreicht wurde. Seine Inventionen, Präludien und Fugen bleiben das tägliche Brot aller Pianisten.

Johann Sebastian Bach wurde 1685 in Eisenach in eine große Musikerfamilie geboren. Mit etwa zehn Jahren hatte er beide Eltern verloren und wuchs bei seinem älteren Bruder Johann Christoph auf, einem Organisten, der ihn im Tastenspiel unterrichtete. Er wurde selbst Organist in Arnstadt und Mühlhausen und diente dann am Weimarer Hof, wo ein Großteil seiner Orgelmusik entstand.

Von 1717 bis 1723 war er Hofkapellmeister in Köthen: die Jahre der Brandenburgischen Konzerte, der Suiten für Violoncello solo und des ersten Teils des Wohltemperierten Klaviers. 1723 wurde er Thomaskantor in Leipzig, ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1750 innehatte; dort schrieb er Hunderte von Kantaten und die Matthäus-Passion und stellte später die h-Moll-Messe zusammen.

Seine Sprache beruht auf dem Kontrapunkt: mehrere selbstständige Linien, jede eine eigene Melodie, die ineinandergreifen und so die Harmonie erzeugen. Bach beherrschte alle Formen seiner Zeit – Fuge, Choral, Tanzsuite, italienisches Konzert – und verschmolz sie zu einer persönlichen Synthese von seltener Strenge und Ausdruckstiefe.

Nach seinem Tod etwas in Vergessenheit geraten, wurde er im 19. Jahrhundert wiederentdeckt, vor allem durch Mendelssohns Wiederaufführung der Matthäus-Passion 1829. Chopin übte vor seinen Konzerten das Wohltemperierte Klavier, und kein Pianist kommt heute an Bach vorbei.

Für Lernende ist Bach eine Schule der Unabhängigkeit der Hände, des polyphonen Hörens und des Fingersatzes. Von den kleinen Menuetten aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena über die Inventionen bis zu den Präludien und Fugen begleitet er ein ganzes Musikerleben.

Klaviernoten (243)

Gitarrennoten (19)